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ZUM BERUF DES HEILPRAKTIKERS

Nach meinem Umzug von Hamburg nach Mecklenburg stellte ich fest: In Ostdeutschland ist der Beruf des Heilpraktikers kaum bekannt. Dies ist nicht verwunderlich, praktizierten 1989 in der gesamten ehemaligen DDR aufgrund eines geltenden  Ausbildungsverbots nur noch elf Heilpraktiker! Ein ganzer Berufsstand war damit zum Aussterben verurteilt.

 

Im heutigen Bundesgebiet ist der Beruf des Heilpraktikers gesetzlich geschützt und geregelt. Das Erlernen dieses Berufs steht jedem Bürger frei. Das Heilpraktikergesetz von 1939 stellt jedoch sicher:

 

Die Ausübung ist nur demjenigen erlaubt, der eine Prüfung abgelegt und seine Sachkunde entsprechend bewiesen hat. Das heißt: Der Prüfling verfügt über umfangreiches medizinisches Wissen, kann Kenntnisse über die von ihm angewendeten Therapieverfahren nachweisen, kennt seine Rechte und Pflichten (z.B. Sorgfaltspflicht, Schweigepflicht, Fortbildungspflicht).

 

Die Prüfung umfasst einen mündlichen und einen schriftlichen Teil und wird von einem bestellten Amtsarzt abgenommen; sie gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen Deutschlands. Bei bestandener Prüfung stellt der Amtsarzt eine Heilerlaubnis aus.

 

Die Heilerlaubnis ist Voraussetzung um sich als Heilpraktiker niederlassen zu können. Die ordnungsgemäße Niederlassung wird nochmals vom zuständigen Gesundheitsamt überprüft und genehmigt.

Heilpraktiker dürfen eigenverantwortlich und unabhängig Krankheiten diagnostizieren, behandeln, lindern und heilen. Darin ist der Heilpraktiker dem Arzt gleichgestellt.

 

Wichtige Ausnahmen: Die Anwendung und Verordnung verschreibungspflichtiger Medikamente ist weiterhin dem Arzt vorbehalten. Außerdem dürfen Heilpraktiker keine im Infektionsschutzgesetz genannten Krankheiten behandeln oder etwa die Arbeitsunfähigkeit feststellen.

Aktuell praktizieren in Deutschland rund 47.000 Heilpraktiker, die Hälfte von ihnen im ländlichen Raum. Damit haben sie einen erheblichen Anteil an der gesundheitlichen Versorgung.

Umfragen haben ergeben: Die Leistungen von Heilpraktikern werden in der Regel von Patienten genutzt, die ein Bewusstsein für ganzheitliche Gesundheit haben und Wert darauf legen, dass sich der Behandler ausreichend Zeit nimmt. 

In der Wahl seiner Therapieverfahren ist der Heilpraktiker frei. Besondere Schwerpunkte ergeben sich meist im Laufe der Berufstätigkeit durch besondere Eignung oder persönliches Interesse.

 

Zu guter Letzt: Gesundheit ist Vertrauenssache! Nicht selten sind daher alle Mitglieder einer Familie beim selben Heilpraktiker in Behandlung, und zwar über viele Jahre. Diese Erfahrung ist für mich persönlich - seit 2007 in diesem Beruf - ein besonderes Geschenk.

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